Marienberg Lauta

Gemeinsam für den Erhalt der erzgebirgischen Bergparaden

Die Bergparaden im Advent gehören fest zu unserem Welterbe. Sie sind Ausdruck bergmännischer Tradition, lebendiges Brauchtum und zugleich ein starkes Zeichen regionaler Identität. Jahr für Jahr ziehen sie Einheimische wie Gäste in ihren Bann und machen unsere besondere Geschichte erlebbar. In den vergangenen Jahren standen viele Städte und Gemeinden jedoch zunehmend vor großen Herausforderungen. Die Planung und Durchführung der Bergparaden wurde immer anspruchsvoller. Steigende Sicherheitsauflagen, höhere organisatorische Anforderungen und ein insgesamt gestiegenes Preisniveau trafen auf angespannte kommunale Haushalte. Für manche Kommunen stand die Frage im Raum, in welchem Umfang die Bergparaden künftig überhaupt noch durchgeführt werden können. Diese Entwicklung hätte weitreichende Folgen gehabt. Kürzungen hätten unweigerlich zu einem Rückgang der Teilnehmerzahlen geführt – insbesondere bei den bergmännischen Musikzügen und den Uniformträgern. Damit verbunden: ein schleichender Verlust an Authentizität, Tradition und Identität. Vor diesem Hintergrund schlossen sich die erzgebirgischen Bergstädte gemeinsam mit dem Sächsischen Landesverband der Bergmanns-, Hütten- und Knappenvereine sowie dem Welterbeverein zusammen. Ziel war es, auf die prekäre Situation aufmerksam zu machen und Unterstützung für den Erhalt der Bergparaden zu erwirken. Gemeinsam wandten sich die Beteiligten an den sächsischen Ministerpräsidenten und brachten die Bedeutung der Bergparaden als immaterielles Kulturerbe und als Teil des UNESCO-Welterbes deutlich zum Ausdruck. Bereits im Sommer wurde das Thema auf Landesebene aufgegriffen. Die Staatsregierung sagte ihre Unterstützung zu – ein wichtiges Signal für die Kommunen und alle ehrenamtlich Engagierten. In der Folge konnten für die Bergparaden im Advent insgesamt 100.000 Euro bereitgestellt werden. 19 Kommunen profitierten von dieser Förderung, die auf Grundlage der jeweiligen Teilnehmerzahlen verteilt wurde. Inzwischen sind die Förderbescheide in allen Rathäusern eingegangen. Die Unterstützung des Freistaates ist mehr als eine finanzielle Hilfe. Sie ist ein klares Bekenntnis zur Bedeutung der Bergparaden als lebendiges Zeugnis sächsischer Geschichte, als Ausdruck tief verwurzelter Identität und als wichtiger Faktor für den Tourismus im Erzgebirge. Sie stärkt den Rückhalt für all jene, die Jahr für Jahr mit großem Einsatz, ehrenamtlichem Engagement und viel Herzblut diese Tradition lebendig halten. Dieser Schulterschluss ist ein wichtiges Zeichen für die Zukunft: für den Erhalt des bergmännischen Brauchtums, für das kulturelle Erbe des Erzgebirges und für kommende Generationen, die diese Tradition weiterhin erleben sollen.

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